Einen ersten Hinweis auf Cailleach fand ich in dem Buch von Phyllis Curott: Spirituelle Magie. Die hohe Kunst der Heiler und Hexen.

Plötzlich wurde mir klar, warum ich diesen Namen so schön fand. Er hatte all das was ich ohnehin lernen wollte oder bis dahin schon gelernt und in mein Leben integriert hatte.

Und auch heute, je älter ich werde, fühle ich mich mit ihm wohl und identifiziere mich mit ihm.

Auf der Internetseite artedea.net von Andrea Amita Dechant habe ich die vollständigste und schönste Beschreibung der Cailleach gefunden und freue mich sehr, dass ich diese hier wiedergeben darf.

Caillea ist die Kurzform der schottischen Göttin Cailleach

Sie ist der Inbegriff der alten Frau, die sich nicht mehr um Konventionen schert, eigensinnig ist, niemanden mehr zum Gefallen sein will und ihr eigenes Süppchen kocht.

Sie ist eine dieser „Weisen Alten“, von der man – wenn man mit ihr in Kontakt tritt oder sie gar um Rat fragt – entweder keifend weg gescheucht oder freundlich zu Kaffee und Kuchen und den besten und brauchbarsten Lebensweisheiten eingeladen wird. Ganz wie es ihr passt.

Cailleach wird üblicher Weise sehr hässlich dargestellt: Sie hat nur ein Auge inmitten eines blauschwarzen Gesichts, das mit übermenschlicher Leidenschaftlichkeit funkelt, einen einzigen roten Zahn und weiße, verfilzte Haare, die wie das mit Raureif bedeckte Gestrüpp eines sterbenden Waldes aussehen. Sie trägt ein graues Kleid und ein verblichenes Kopftuch.
Damit stellt sie einen weiblichen Archetyp dar, mit dem sich auch viele Frauen schwer tun...

Offenbar hat Cailleach also einen Zauber, mit dem sie – wenn sie will – ihre Jugend und ihre frische und sinnliche Energie ewig erneuern kann. Ansonsten ist sie mit der Gestalt der „alten Hexe“ sehr zufrieden, was für den Normalalltag sehr entspannend und auch hilfreich sein kann...

Cailleach ist damit ein Aspekt der dreifachen Göttin, die den Zyklus allen Seins widerspiegeln: Den der Zerstörung, jenen der Erneuerung sowie den des Wachstums bzw. der Reife... 

Cailleach liebt und behütet ganz besonders zärtlich jene Frauen, die sich karg, alt, hässlich und an den Grenzen des Machbaren oder Erträglichen fühlen, die nicht wissen wie sie (gleich wie im tiefsten Winter) Nahrung für Körper und Seele her kriegen, denen schneidende Winterstürme entgegen wehen, um die herum alles nur mehr dunkel ist. Das ist die Kraft von Cailleach. ..

Sie unterstützt Frauen in ihrem Eigensinn und ihrer Eigenmacht sowie im souveränen Umgang mit allen Anforderungen und gesellschaftlichen Zwängen...

Cailleach verleiht die Kunst der Gestaltwandlung, gesundes Selbstbewusstsein und innere Strahlkraft. 

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